Ich wurde gefragt, wie man sich in der Gemeinde zu kleiden hat. Meine dürftigen, unvollkommenen Gedanken dazu hier (Gibt es weitere Hinweise, Regeln hinsichtlich einer „Kleiderordnung“ in der Gemeinde?):
Zunächst sollten wir festhalten, dass Christen frei sind. Paulus schreibt an die Galater: "Denn ihr seid zur Freiheit berufen worden, Brüder." (Gal 5,13a) Wir dürfen uns faktisch kleiden, wie wir wollen. Wir haben diese Freiheit durch Christus, der am Kreuz Freiheit für uns erkauft hat. Das ist wahr und herrlich, wir dürfen unsere Freiheit in Christus genießen. Weiterhin gilt aber, so schreibt Paulus weiter: "Nur gebraucht nicht die Freiheit als Anlaß für das Fleisch, sondern dient einander durch die Liebe!" (Gal 5,13b). Das heißt, die Liebe bestimmt, wie wir unsere Freiheit gebrauchen. Wir werden unsere Freiheit vielleicht einschränken, um anderen Geschwistern keinen Anstoß zu geben: "Seht aber zu, daß diese eure Freiheit für die Schwachen nicht zum Anstoß wird!" (1 Kor 8,9). Die Liebe, die in unsere Herzen ausgegossen ist (Röm 5,5), bewirkt, dass wir unsere Freiheit regulieren, sodass wir unanstößig sind: "Seid unanstößig, sowohl für Juden als auch für Griechen als auch für die Gemeinde Gottes!" (1 Kor 10,32). Ebenso leitet uns unser Gewissen, wie man sich in welcher Situation kleiden sollte – Gott hat uns einen gesunden Menschenverstand geschenkt, der uns Richtung weist.
Bezogen auf unsere Frage, wie man sich in der Gemeinde kleiden sollte, dürfen wir uns daher konkret fragen:
Wirke ich mit meiner Kleidung in irgendeiner Weise anstößig?
Könnte meine Kleidung provozieren? Von der Anbetung ablenken?
Trage ich auffallende Markenkleidung? Wieso? Bedenke ich die Konsequenzen?
Wie ist die Gemeindekultur? Anzug und Krawatte oder eher légère?
Ist meine Kleidung für einen Gottesdienst angemessen? Wie will ich Gott am Sonntag in der Gemeinde begegnen?
Wie wichtig ist mir Kleidung generell?
Gott sieht durch unsere Kleidung auf das Herz (1 Sam 16,7). Gott kommt es auf unsere Herzenshaltung an. Ebenso sollten wir das Herz des anderen sehen und nicht die Kleidung. Daher sollten wir einerseits keinen Anstoß geben – und auch „langsam sein“ zum Anstoß nehmen. In der Welt gilt: „Kleider machen Leute“. Bei Gott gilt: "ein zerbrochener Geist; ein zerbrochenes und zerschlagenes Herz wirst du, Gott, nicht verachten." (Ps 51,19).
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1 Kommentar:
Also das ist wirklich ein interessantes Thema. Nicht nur in konservativen Gemeinden, sondern gerade bei postmodernen Menschen die sehr viel Wert auf die Kleidung legen. Demletzt habe ich auch in einer Radiosendung eine Frage dazugehört die ich sehr interessant fand: Sollen wir uns entsprechend des Anlasses anziehen, oder so natürlich wie wir uns sonst auch kleiden?
Das Outfit wird oft ja auch für einen bestimmten Zweck benutzt. Z.B. zieht ein Jugendpastor sich entsprechend den Jugendlichen an um dynamisch zu wirken. Und eine seriöse Predigt wird mindestens in Hemd und Anzugshose gehalten.
Es ist aber nicht nur immer die Frage wie Andere das Outfit empfinden, sondern auch ob man sich selbst wohlfühlt. So hab ich schon Jugendpastoren kennengelernt, die sich nie vorstellen könnten ein Hemd anzuziehen...
Wobei diese Frage wirklich überdacht werden sollte, da das persönliche Glück nicht anhand von der Kleidung abhängig gemacht werden kann. Dennoch haben Äußerlichkeiten auch eine Wirkung auf uns, so haben manche Menschen in der Bibel unterschiedliche Gebetshaltungen eingenommen um ihre Einstellung gegenüber Gott auszudrücken.
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