4.10.06

Wie erkenne ich meine Berufung?

Principal Macleod ging in seiner heutigen Vorlesung auf eine Frage ein, die uns in der Praxis ständig begegnet: Wie erkenne ich meinen Weg? Sprich: Woran erkenne ich, ob Gott möchte, dass ich in den pastoralen Dienst einsteige oder ob ich als Missionar nach Uganda gehen soll? Die Frage können wir auch bei scheinbar weniger wichtigen Dingen stellen.

Macleod wies darauf hin, dass uns die Bibel in solchen Fragen nicht immer direkte Führung anbietet. Die Bibel sagt uns nicht, wen wir heiraten sollen, welches Auto wir kaufen sollen oder ob wir in ein anderes Wohngebiet umziehen sollen. Wir Menschen verlangen immer Sicherheit, wir wollen genau wissen, wo es langgeht.

Wie sollen wir vorgehen?

1. Wir lassen uns von der Schrift leiten. Das Wort Gottes bietet generelle Leitlinien an, die auf unseren Alltag heruntergebrochen werden können. Das heißt, wir werden bspw. keinen Beruf wählen, der uns zwingt, zu lügen oder zu stehlen. Leitung durch die Bibel. Wir bekommen viele Antworten, indem wir die Bibel studieren, reflektieren und meditieren.

2. Gott wohnt durch Seinen Geist in unserem Verstand – insofern ist es wohl – um es in Rüger’scher Terminologie auszudrücken, ein „geheiligter Verstand“. Und dadurch sind wir per se geleitet und dürfen uns von Gott als geführt wissen.

3. Aus dem vorigen Punkt ergibt sich zwingenderweise: Benutzen wir unseren geheiligten, “gesunden” (durch Christus!) Menschenverstand (Macleod: „common sense“). Das heißt, geht es um die konkrete Frage, soll ich in den vollzeitlichen Dienst gehen, so frage ich mich: Habe ich ein Verlangen danach? Habe ich die Gaben? Was sagen meine Freunde, Verwandten? Ist es meiner Familie zumutbar? Wie denkt meine Gemeinde darüber? Gott hat uns unseren gesunden Menschenverstand gegeben, sodass wir praktisch uns einer Entscheidung nähern können und sie dann auch treffen können.

4. Macleod schloss übernatürliche Phänomene nicht aus. Es kann sein, dass wir auf geistlicher Ebene Eindrücke erhalten (z.B. im Gebet), die uns anleiten. Vorsicht ist jedoch geboten bei charismatischen „Propheten“ denken, sie hätten eine Eingebung Gottes die angeblich auf uns zuträfe. Es gibt keine Propheten mehr, die bindend Autorität haben.

Soweit meine Notizen – gibt es weitere Kriterien, die man hinzufügen könnte?

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

ähnlich wie bei Friesen & Maxson:
1. Ehtische Führung -> unmittelbar durch die Bibel
2. weise Führung -> Gott führt den Gläubigen durch erworbene Weisheit
3. Besondere Führung -> Gott führt auf übernatürliche Weise