Die PM ist (angeblich) gekennzeichnet durch eine Absenz objektiver, ultimativer Wahrheit (so Derrida und Foucault). Wurde die Aufklärung noch durch die Pfeiler des Humanismus aufrechterhalten, so kollabiert jegliche Moral in der PM, so deren Vertreter. Ganz nach dem Motto: Der Tod Gottes (Nietzsche) zieht den Tod der Moral nach sich. Es wird folglich angenommen, dass es kein allgemein gültiges Fundament für Moral gibt. Konsequenterweise hat Kant’s kategorischer Imperativ als Maxime ausgedient. Vielmehr regiert in der PM scheinbar extremer Relativismus – Bloom hält fest: „Today we are a nation of relativists.“ (Allan Bloom zit. n. Wells, S.85). Das heißt, Wahrheit ist relativ für den Betrachter, für den die Wahrheit als wahr anerkannt wird. Relativismus geht schlussendlich einher mit radikalem Perspektivismus: „Reality is therefore always ambiguous and always demanding new appraisals“ (Wells, S.86). Nichts hat mehr Wert, Realität wird konstruiert: „Reality is fluid, changing, and always open“, kommentiert Wells.
Führt man diesen Relativismus zu seinen Wurzeln, so landet man bei bloßen Gefühlsurteilen. Das heißt, man kann nicht mehr sagen: „Die Alpen sind beeindruckend“ – die einzig mögliche Aussage im Relativismus reduziert sich zu: „Ich persönlich empfinde die Alpen als beeindruckend.“ Subjektive Gefühlsurteile substituieren allgemeingültige Aussagen. Analog kann man über ein Verbrechen nur die relative Aussage treffen: „Ich habe ein ungutes Gefühl darüber.“ Aber ohne absoluten moralischen Maßstab ist das Verbrechen nicht als unmoralisch zu bewerten. Als Jurist kann David hier vielleicht anknüpfen und die Einwirkungen des pm Relativismus auf die Legislative beschreiben.
Dennoch: Der Relativismus ist eine Luftblase. Denn Wahrheit bleibt Wahrheit – Wahrheit ist nicht relativierbar. Wer sagt, es gibt keine allgemeingültige Wahrheit, der lügt sich in die Tasche. Kinderschändung wird jeder pm Mensch verurteilen. Auf welcher Grundlage? Wenn doch alles relativ ist? Wenn alles relativ ist und die Wahrheit im Auge des Betrachters liegt, wie kann ein objektives Rechtssystem aufrechterhalten werden?
Hier spricht das Christentum deutlich in die Verwirrung pm Gedankenkonstrukte. Die Bibel liefert den Beleg für die Existenz allgemeingültiger und interindividuell invarianter moralischer Maßstäbe. Paulus schreibt: Denn wenn Nationen, die kein Gesetz haben, von Natur dem Gesetz entsprechend handeln, so sind diese, die kein Gesetz haben, sich selbst ein Gesetz. 15 Sie beweisen, daß das Werk des Gesetzes in ihren Herzen geschrieben ist, indem ihr Gewissen mit Zeugnis gibt und ihre Gedanken sich untereinander anklagen oder auch entschuldigen – (Röm 2,14-15). Das heißt: Kulturell und interindividuell übergreifend ist Menschen das Gesetz Gottes ins Herz geschrieben – sowohl bei den Aborigenes als auch auf Island wird Ehebruch verurteilt werden. Selbst säkulare, angeblich pm Journalisten sprachen im Rahmen der 9/11 Anschläge in den USA vom „Bösen“. Es gibt das Böse, das Unmoralische – die Frage ist nur, ob wir es anerkennen oder nicht. Es gibt Gott, der absolute Wertmaßstäbe festgesetzt hat in Seinem Wort – festgeschrieben in unserem Gewissen.
So wie die Naturgesetze von Gott festgesetzt sind und Wissenschaftler nichts anderes tun als Gott-gegebene physikalische Grundlagen zu entdecken, so gilt es, dass wir Gottes Gesetz in uns – und vor allem im Gott-gegebenen Wort entdecken. Absolute und allgemein gültige Moral zu leugnen wäre genauso albern wie die Schwerkraft in Frage zu stellen.
Der pm Relativismus entpuppt sich als eine leere Hülse, ein bloßes Gespenst. Schließlich sollten wir statt von einem Kollaps objektiver Wahrheit eher von einem Wissensschwund um unser christliches Fundament sprechen und von einem Nichteingestehen de facto Gewissens-immanenter, Gott-gegebener Moral im Menschen.
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